Montag, 14. August 2017

5. Etappe: Aosta - Alessandria

Mit einem etwas unguten Gefühl bin ich heute früh aufgestanden, denn so ganz glücklich war ich mit meinem Fuß gestern nicht. Wenn es so bleibt unangenehm aber ok, um weiter zu fahren. Wenn es deutlich schlimmer wird, dann wäre es ein Problem. Ich habe gestern noch eine Dose Fanta im Hotel gekauft, um beide Füße (bzw Sehnen) etwas zu Kühlen – und scheinbar hat es geholfen.
Zu Beginn habe ich es zwar gespürt aber es war nicht schlimmer geworden. Los ging es also – und das bei wieder recht frischen 20 Grad. Da Aosta im – Überraschung – Aosta Tal liegt, gab es nur eine recht große Straße, die talwärts führte. Nachdem diese leicht abschüssig war, begann es eher entspannt rollend.



Landschaft mit Bergen ist für mich immer interessant. Da merke ich wie mein Blick immer von rechts nach links pendelt, um mir alles anzusehen. Bäume, Felsen, Burgen, Flüsse – hier vergeht die Zeit schnell.




Mit der Zeit öffnete sich das Tal immer weiter



Bis ich schließlich – jetzt bei komplett blauem Himmel und ca. 30°C - im Flachland angelangt war.



Heute war es deutlich bewohnter und nicht mehr eine so leere Gegend wie in den vergangenen Tagen. Zumindest so lange bis ich vor hatte etwas zu essen. Komoot hat mich irgendwann von der größeren Straße weg auf kleinere durch die Felder gelotst. Und hier gab es wieder alles Mögliche; alte Höfe und Industrie, etwas, das wie ein Atomkraftwerk aussaht – aber nicht, wo man hätte Mittagessen finden können.




Selbst in diesem größeren Ort gab es absolut nichts, was geöffnet hatte.



Und was auf den Fotos nett aussieht, fährt sich mit 7 Bar auf den Reifen überhaupt nicht toll. Auch wenn Ortsdurchfahrten in dieser eher eintönigen Landschaft eine nette Abwechslung waren, hätte ich gut darauf verzichten können, denn in den meisten Orten sind zumindest einige Straßen gepflastert.

Also war ich weiter auf der Suche nach Mittagessen bis ich auf einen Kreisverkehr zufuhr und hinter einer Hecke Musik hörte. Hier – mitten im Nirgendwo - gab es plötzlich eine Tankstelle mit Freibad und Restaurant. Habe ich in der Kombination auch noch nicht gesehen aber ok.




Die Felder neben der Straße werden mit einem verzweigten System aus Kanälen mit Wasser gespeist. Was genau hier wächst weiß ich nicht. Da die Felder teils geradezu im Wasser standen, dachte ich spontan an Reis.
Als ich an den Herrschaften vorbei fuhr war ich derart überrascht, dass ich fast vergessen habe ein Foto zu machen – deswegen etwas aus der Entfernung nach hinten.



Keine Ahnung, ob es wirklich Reis ist – rein optisch hätten die 4 dazu gepasst.
Insgesamt war es jetzt eher langweilig. Der Wind drehte immer mal wieder, so dass ich zeitweise Gegenwind hatte und trotz leichtem Gefälle nur rd. 25 km/h schnell fuhr.
Ich weiß leider nicht sicher welcher Fluss das ist – tippe aber auf Po.



BTW: Po: Der tat mir heute – ich behaupte aufgrund der deutlich schlechteren Straßen in Italien ggü Schweiz und Frankreich – erstmals wirklich weh. Gut, dass es morgen nur eine kurze Strecke ist (siehe unten)

Später am Nachmittag wurde es dann immer wärmer aber mir ist das immer noch lieber als diese entsetzliche Kälte zu Beginn.



Gegen 17 Uhr erreichte ich dann Alessandria. Hier leistete sich Komoot aber den ersten Fehler. Auf den letzten Kilometern in die Stadt hinein, hätte ich auf einer Straße fahren sollen, die eindeutig für Fahrräder gesperrt war. Wenn es nicht so nah gewesen wäre, wäre die Navigation jetzt schwierig geworden, weil man zwar aus der Karte am Wahoo hinaus zoomen kann, diese aber nicht verschieben kann und bei geringerem Zoom dann nichts mehr erkennt. Was mir am Wahoo auch nicht so gut gefällt, ist dass die noch zu fahrende Strecke nur eine gewisse Zeit gut erkennbar isst, danach sieht es von der Textur aus wie ein Fluss (grau anstatt dieser Pfeillinie).

Hier ein paar Eindrücke aus Alessandria.






Heute habe ich mich – obwohl meine Sehne noch immer etwas weh tut (jedoch nicht mehr als zuvor) – auf den Weg gemacht Alessandria anzusehen. Fazit: Joa – ist ok. Wenn man wie ich in den letzten Jahren so viele Städte in Italien gesehen hat, ist es kein Highlight. Alt sind nahezu alle italienischen Städte. Etwas Besonderes gab es hier aber nicht; zumindest nicht in positiver Hinsicht. Ich hatte große Probleme – wohl auch wegen des morgigen Feiertags – überhaupt etwas zu essen zu finden. Es ist nahezu alles geschlossen. So schreibe ich diesen Text vor einem Pizzalieferdienst sitzend weil ich sonst nirgendwo eine Pizza finden konnte.

Hier alle übrigen Bilder



Tourdaten:

Und hier die Aufzeichnung des heutigen Tages




Tageskilometer: 167 km
Gesamtkilometer Tour: 814 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 24,5 km/h
Maximalgeschwindigkeit: 60,5 km/h
Höhenmeter aufwärts: 1.100 m (mir kommt das zu viel vor – zumal es 500 mehr sind als geplant)
Höhenmeter aufwärts gesamt:  8.980 m
Höhenmeter abwärts: 1.600 m
Maximal Höhe: 660 m
Trittfrequenz durchschnittlich: 47 upm (es wird jeden Tag weniger…liegt wohl auch daran, dass ich heute viel rollen konnte – nicht so sehr daran, dass ich langsamer trete)
Fahrzeit: 6:48 h

Ausblick auf morgen:

Morgen gibt es gleich 3 Besonderheiten; 1.: Wird es mit nur rd. 90 Kilometer die wahrscheinlich kürzeste Etappe. Da ich aber hier einfach keine Unterkunft bei ca. 150 km gefunden habe, werde ich anstatt eines Pausentages eine kurze Etappe machen und baden gehen. 2.: Ich erreiche das Meer und 3.: ? Da gebe ich nur einen Tipp. Es hängt mit der Tour von 2015 zusammen. Löse ich dann morgen auf.  

Hier wieder der Link zur morgigen Tour:




  

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