Mit einem etwas unguten Gefühl bin ich heute früh
aufgestanden, denn so ganz glücklich war ich mit meinem Fuß gestern nicht. Wenn
es so bleibt unangenehm aber ok, um weiter zu fahren. Wenn es deutlich
schlimmer wird, dann wäre es ein Problem. Ich habe gestern noch eine Dose Fanta
im Hotel gekauft, um beide Füße (bzw Sehnen) etwas zu Kühlen – und scheinbar
hat es geholfen.
Zu Beginn habe ich es zwar gespürt aber es war nicht
schlimmer geworden. Los ging es also – und das bei wieder recht frischen 20
Grad. Da Aosta im – Überraschung – Aosta Tal liegt, gab es nur eine recht große
Straße, die talwärts führte. Nachdem diese leicht abschüssig war, begann es
eher entspannt rollend.
Landschaft mit Bergen ist für mich immer interessant. Da
merke ich wie mein Blick immer von rechts nach links pendelt, um mir alles
anzusehen. Bäume, Felsen, Burgen, Flüsse – hier vergeht die Zeit schnell.
Mit der Zeit öffnete sich das Tal immer weiter
Bis ich schließlich – jetzt bei komplett blauem Himmel und
ca. 30°C - im Flachland angelangt war.
Heute war es deutlich bewohnter und nicht mehr eine so
leere Gegend wie in den vergangenen Tagen. Zumindest so lange bis ich vor hatte
etwas zu essen. Komoot hat mich irgendwann von der größeren Straße weg auf
kleinere durch die Felder gelotst. Und hier gab es wieder alles Mögliche; alte
Höfe und Industrie, etwas, das wie ein Atomkraftwerk aussaht – aber nicht, wo
man hätte Mittagessen finden können.
Selbst in diesem größeren Ort gab es absolut nichts, was
geöffnet hatte.
Und was auf den Fotos nett aussieht, fährt sich mit 7 Bar
auf den Reifen überhaupt nicht toll. Auch wenn Ortsdurchfahrten in dieser eher
eintönigen Landschaft eine nette Abwechslung waren, hätte ich gut darauf
verzichten können, denn in den meisten Orten sind zumindest einige Straßen
gepflastert.
Also war ich weiter auf der Suche nach Mittagessen bis ich
auf einen Kreisverkehr zufuhr und hinter einer Hecke Musik hörte. Hier – mitten
im Nirgendwo - gab es plötzlich eine Tankstelle mit Freibad und Restaurant.
Habe ich in der Kombination auch noch nicht gesehen aber ok.
Die Felder neben der Straße werden mit einem verzweigten System
aus Kanälen mit Wasser gespeist. Was genau hier wächst weiß ich nicht. Da die
Felder teils geradezu im Wasser standen, dachte ich spontan an Reis.
Als ich an den Herrschaften vorbei fuhr war ich derart
überrascht, dass ich fast vergessen habe ein Foto zu machen – deswegen etwas
aus der Entfernung nach hinten.
Keine Ahnung, ob es wirklich Reis ist – rein optisch hätten
die 4 dazu gepasst.
Insgesamt war es jetzt eher langweilig. Der Wind drehte
immer mal wieder, so dass ich zeitweise Gegenwind hatte und trotz leichtem
Gefälle nur rd. 25 km/h schnell fuhr.
Ich weiß leider nicht sicher welcher Fluss das ist – tippe aber
auf Po.
BTW: Po: Der tat mir heute – ich behaupte aufgrund der
deutlich schlechteren Straßen in Italien ggü Schweiz und Frankreich – erstmals wirklich
weh. Gut, dass es morgen nur eine kurze Strecke ist (siehe unten)
Später am Nachmittag wurde es dann immer wärmer aber mir
ist das immer noch lieber als diese entsetzliche Kälte zu Beginn.
Gegen 17 Uhr erreichte ich dann Alessandria. Hier leistete
sich Komoot aber den ersten Fehler. Auf den letzten Kilometern in die Stadt hinein,
hätte ich auf einer Straße fahren sollen, die eindeutig für Fahrräder gesperrt
war. Wenn es nicht so nah gewesen wäre, wäre die Navigation jetzt schwierig
geworden, weil man zwar aus der Karte am Wahoo hinaus zoomen kann, diese aber
nicht verschieben kann und bei geringerem Zoom dann nichts mehr erkennt. Was
mir am Wahoo auch nicht so gut gefällt, ist dass die noch zu fahrende Strecke
nur eine gewisse Zeit gut erkennbar isst, danach sieht es von der Textur aus
wie ein Fluss (grau anstatt dieser Pfeillinie).
Hier ein paar Eindrücke aus Alessandria.
Heute habe ich mich – obwohl meine Sehne noch immer etwas
weh tut (jedoch nicht mehr als zuvor) – auf den Weg gemacht Alessandria
anzusehen. Fazit: Joa – ist ok. Wenn man wie ich in den letzten Jahren so viele
Städte in Italien gesehen hat, ist es kein Highlight. Alt sind nahezu alle
italienischen Städte. Etwas Besonderes gab es hier aber nicht; zumindest nicht
in positiver Hinsicht. Ich hatte große Probleme – wohl auch wegen des morgigen
Feiertags – überhaupt etwas zu essen zu finden. Es ist nahezu alles
geschlossen. So schreibe ich diesen Text vor einem Pizzalieferdienst sitzend weil
ich sonst nirgendwo eine Pizza finden konnte.
Hier alle übrigen Bilder
Tourdaten:
Und hier die Aufzeichnung des heutigen Tages
Tageskilometer: 167 km
Gesamtkilometer Tour: 814 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 24,5 km/h
Maximalgeschwindigkeit: 60,5 km/h
Höhenmeter aufwärts: 1.100 m (mir kommt das zu viel vor – zumal es 500 mehr sind als geplant)
Höhenmeter aufwärts gesamt:
8.980 m
Höhenmeter abwärts: 1.600 m
Maximal Höhe: 660 m
Trittfrequenz durchschnittlich: 47 upm (es wird jeden Tag
weniger…liegt wohl auch daran, dass ich heute viel rollen konnte – nicht so
sehr daran, dass ich langsamer trete)
Fahrzeit: 6:48 h
Ausblick auf morgen:
Morgen gibt es gleich 3 Besonderheiten; 1.: Wird es mit nur
rd. 90 Kilometer die wahrscheinlich kürzeste Etappe. Da ich aber hier einfach
keine Unterkunft bei ca. 150 km gefunden habe, werde ich anstatt eines
Pausentages eine kurze Etappe machen und baden gehen. 2.: Ich erreiche das Meer
und 3.: ? Da gebe ich nur einen Tipp. Es hängt mit der Tour von 2015 zusammen.
Löse ich dann morgen auf.
Hier wieder der Link zur morgigen Tour:
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